Wie entsteht eine Mukositis?

Mukositis bedeutet Schleimhautentzündung und kann als Nebenwirkung einer Chemo oder Bestrahlung bei Krebs auftreten.

Ursache hierfür ist, dass die sich schnell teilenden Schleimhautzellen des Körpers bei der Therapie ebenso geschädigt werden wie die unkontrolliert wuchernden Krebszellen.

Häufig ist die Mundschleimhaut betroffen. In diesem Fall spricht man von einer sog. Stomatitis oder oralen Mukositis.
Schleimhautentzündungen können an unterschiedlichen Stellen im Körper auftreten – neben der Mundhöhle können auch Darm oder Blase betroffen sein. Je nach Ausprägung werden die Beschwerden nach einem Schema der WHO in 4 Grade unterteilt.

Eine gute Prophylaxe und die frühe Erkennung einer oralen Mukositis können Sie vor einer Mundschleimhautentzündung schützen oder schwerere Verläufe verhindern. Achten Sie deshalb während einer Krebstherapie auf Veränderungen, schmerzhafte Stellen und kontaktieren Sie bei Beschwerden Ihren behandelnden Arzt.

So können Sie einer Mukositis im Mund- und Rachenbereich vorbeugen

Es gibt jedoch relativ einfache Maßnahmen der Prophylaxe, mit denen einer Mukositis vorgebeugt werden kann. Diese können Sie, idealerweise direkt bei Therapiebeginn (wenn noch keine Beschwerden bestehen), in Ihre tägliche Routine integrieren.

Mundspülungen verwenden

Verwenden Sie mindestens viermal täglich eine geeignete Mundspülung. Vorbeugend, um die empfindliche Schleimhaut zu schützen (2 Minuten spülen, danach 15 Minuten nichts essen oder trinken). Bei bereits vorhandenen Beschwerden kann stündliches Mundspülen als angenehm empfunden werden.

Welche Mundspülungen sind geeignet?

  • Isotonische Kochsalzlösung
  • Milde Mundspüllösung, wie beispielsweise Glandomed® (Zusammensetzung: fertige Polymer-Bicarbonatlösung) oder Tantum Verde® (enthält Alkohol – daher bitte nur vorbeugend verwenden)
  • Mischung aus Wasser mit Natriumchlorid und Natriumbicarbonat (je ½ bis 1 Teelöffel pro Liter)

Mundspülung bei angehender Mundschleimhautentzündung auf Rezept:

Fragen Sie Ihren behandelnden Arzt. Er kann Ihnen bei Schmerzen und Rötungen der Mundschleimhaut eine Mundspülung oder ein Mundgel mit einem schmerzlindernden Wirkstoff verordnen. Ihre Apotheke wird diese dann für Sie in ihrem Rezepturlabor zubereiten.

Bitte vermeiden:
Nicht geeignet sind Mundspülungen mit dem Wirkstoff Chlorhexidin wie beispielsweise Chlorhexamed®.


Sorgfältige Mund- und Zahnpflege

  • Putzen Sie Ihre Zähne mit einer weichen Zahnbürste und fluoridhaltiger Zahnpasta (2 x täglich für ca. 90 Sekunden)
  • Verwenden Sie Zahnseide sehr vorsichtig
  • Erneuern Sie Ihre Zahnbürste wöchentlich

Angepasste Ernährung

Meiden Sie scharf gewürztes Essen, sehr salzige oder saure Speisen und alles, was stark angebraten wurde. Auch auf Nahrungsmittel mit scharfen Kanten und Alkohol sollten Sie verzichten.


Lebensstil

Bitte verzichten Sie nach Rücksprache mit Ihrem Arzt auf den Konsum von Zigaretten (dadurch vermeiden Sie durch die Zigarette ausgelöste Schleimhautschäden).


Was tun bei einer Veränderung der Mundschleimhaut?

Sollte trotz aller Vorsichtsmaßnahmen eine Entzündung auftreten, die mit einer Rötung der Mundschleimhaut und Schmerzen einhergeht, empfehlen wir Ihnen zeitnah mit Ihren behandelnden Ärzten zu sprechen, um geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Zusätzlich können Sie sich mit Ihren Fragen zu Mukositis und Mukositis-Präventionsmaßnahmen jederzeit an Ihr Beratungsteam von KREBS & ICH wenden.

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Alle Infos zum Download

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Drucken Sie sich unser Merkblatt mit Zusatztipps zum Thema einfach aus.

So haben Sie alle wichtigen Informationen zur Vorbeugung und Behandlung bei einer Mundschleimhautentzündung immer griffbereit.

Mukositis – Vorbeugung & Behandlung (PDF)


Quellenangaben

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