Immunzellen erkennen Tumorzellen

Die Zellen unseres Immunsystems attackieren nicht nur Viren und Bakterien, sie greifen auch Krebszellen an. Dafür müssen sie die bösartigen Tumorzellen von den gesunden Körperzellen unterscheiden können. Manche Tumorarten nutzen körpereigene Mechanismen, um sich vor dem Immunsystem zu verstecken. Sie drosseln die Immunzellen.

Die Immuntherapie, die in der Onkologie angewendet wird, stellt sich den Strategien dieser Krebsarten entgehen. Die eingesetzten Medikamente unterstützen das Immunsystem dabei, den Krebs aufzuspüren.

Eine Immuntherapie ist also keinesfalls mit einer allgemeinen Stärkung des Immunsystems zu verwechseln. Vielmehr ist die Behandlung ein gezielter therapeutischer Eingriff.

Immun-Checkpoint-Inhibitoren

Behindern Krebszellen die Arbeit des Immunsystems, nutzen sie dafür einen körpereigenen Mechanismus. Dieser verhindert bei gesunden Menschen einen Angriff des Immunsystems auf den eigenen Körper. Das passiert über Kontrollpunkte – englisch Checkpoints. Bestimmte Strukturen signalisieren der Immunzelle: "Nicht angreifen!"

Manche Krebsarten sind ebenfalls in der Lage, die entsprechenden Strukturen auszubilden. Wirkstoffe aus der Klasse der Checkpoint-Inhibitoren blockieren die Kontrollpunkte des Immunsystems. Die Krebszellen können die Immunantwort nicht drosseln – der Krebs kann sich nicht mehr verstecken.

Wichtig zu wissen!

Nach Therapiebeginn kann es zunächst zu einer scheinbaren Vergrößerung des Tumors kommen. Dabei handelt es sich nicht um ein Tumorwachstum. Den zusätzlichen Raum nehmen Immunzellen ein, die den Tumor dank der Therapie nun bekämpfen können. Dies wird in der Fachsprache "Pseudoprogress" genannt.

Therapieinformation

Bei Immun-Checkpoint-Inhibitoren handelt es sich um Antikörper. Diese Antikörpertherapie wird als Infusion verabreicht.

Immuntherapie – ein Ausblick

Eine Immuntherapie kann nur sinnvoll bei Krebsarten eingesetzt werden, die sich vor dem Immunsystem verstecken.

Aktuell wird auf diesem Gebiet der Immunonkologie viel geforscht, auch an Kombinationen von Immun- und klassischer Chemotherapie. Die Ergebnisse zahlreicher Studien werden nach und nach in die allgemeinen Therapieempfehlungen einfließen. Der Trend ist klar erkennbar: Immer mehr Patienten profitieren von einer Immuntherapie.


Was tun, bei Nebenwirkungen?

Die Krebsimmuntherapie bietet viele Chancen, birgt aber auch Risiken. Es kann zu einer überschießenden Immunreaktion kommen, die auch gesunde Zellen angreift.

Auftretende Nebenwirkungen sind oftmals auf ein überaktives Immunsystem zurückzuführen. Versuchen Sie nicht, die auftretenden Beschwerden in Eigenregie zu behandeln. Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt, wenn Sie folgende Symptome bemerken:

  • Hautveränderungen wie Rötungen, Bläschen, Quaddeln, Juckreiz
  • Durchfall, Blut im Stuhl
  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit/Erbrechen
  • Gewichtsverlust
  • Fatigue
  • Kurzatmigkeit/Husten

Auch wenn Sie sonstige Veränderungen bemerken, die Sie sich nicht erklären können:
Je früher Ihr Onkologe von einer Nebenwirkung erfährt, desto besser kann er reagieren. Scheuen Sie sich nicht, ihn auch über vermeintliche Banalitäten zu informieren.

Auch nach Therapieende können weiterhin Nebenwirkungen auftreten. Zögern Sie auch hier nicht, sich an Ihren Onkologen zu wenden.

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