Essen, das gut tut – warum wir gesunde Nahrung brauchen

Wie wichtig gutes Essen ist, um Körper und Geist zu stärken, weiß jeder aus eigener Erfahrung.

Wie gut schmeckte die Hühnersuppe von Oma oder der Pudding der Mutter. Besonders im Fall einer so ernsthaften Erkrankung wie Krebs haben wir den Wunsch unserem Körper über die Nahrung Gutes zu tun. Doch gerade dann werden die Fragen rund ums Essen brennend: Was sollte ich essen, wann sollte ich essen und wie viel?

Leider gibt es keine pauschale Antwort darauf. Wir wissen nur, dass eine Krebserkrankung aus meist unterschiedlichen Gründen mit einer Gewichtsabnahme einhergeht.

Nebenwirkungen der Chemo- oder Strahlentherapie wie Übelkeit, eine Entzündung der Schleimhäute (Mukositis) in Mund, Speiseröhre, Magen oder Darm oder Appetitlosigkeit können das Essen erschweren. Es kann aber auch sein, dass der Energiebedarf durch die Krankheit an sich um ein Vielfaches erhöht ist. Oft führen diese Ursachen zu ungewolltem Gewichtsverlust.

Um das zu vermeiden, haben wir einige alltagstaugliche Tipps für Sie zusammengestellt, die Ihnen ein genussvolleres und vor allem ausreichendes Essen während der Behandlung ermöglichen sollen.

Ernährungs-Tipps für Tumorpatienten

Leckereien vom Mittelmeer

Die Ernährung während der Krebstherapie soll das Gewicht stabilisieren und schmecken. Denn oft geht mit einem guten Ernährungszustand die bessere Verträglichkeit der Behandlung einher. Das ist nicht nur wünschenswert, sondern wichtig. Denn im Ergebnis wächst die Lebensqualität und die häufig ohnehin gedrückte Stimmung bessert sich.

Achten Sie daher auf einen ausgewogenen Speiseplan, am besten orientiert an klassischer Mittelmeerkost und an dem, was Sie mögen.

Obst, Gemüse, Ballaststoffe

Essen Sie möglichst so viel buntes Obst und Gemüse, wie Sie vertragen, außerdem Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und wenig Fleisch.


Fisch

Gut wären 1 bis 2 mal pro Woche fettreicher Seefisch (alternativ mit Omega-3-Fettsäuren angereicherte Produkte) verfeinert mit hochwertigem Olivenöl und Knoblauch.


Milchprodukte

Auch der regelmäßige Genuss von Milchprodukten ist gewollt. Sie sind ein wichtiger Eiweißlieferant und schützen vor Kraft- und Gewichtsverlust.


Folgendes bitte vermeiden

  • hoch verarbeitete Lebensmittel, wie zum Beispiel Wurst
  • stark zuckerhaltige Nahrungsmittel
  • Fastfood
  • Alkohol

Kein Appetit auf gar nichts? 

Tipps für eine optimale Ernährung

  • Essen Sie, was Ihnen schmeckt!
  • Teilen Sie Ihre Mahlzeit in mehrere kleine Portionen ein.
  • Vermeiden Sie dauerhafte Essensgerüche durch regelmäßiges Lüften.
  • Schaffen Sie eine angenehme Atmosphäre oder sorgen Sie gegebenenfalls auch für Ablenkung beim Essen.
  • Beginnen Sie mit den proteinreichen Bestandteilen der Mahlzeit (Eier, Fisch, Fleisch, Milch und Milchprodukte, Hülsenfrüchte)
  • Bei auftretender Übelkeit sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt über Ihre Medikation. Diese kann gegebenenfalls angepasst werden. Bleiben Sie bestmöglich nach der Mahlzeit in aufrechter Position. Hilfereiche Tipps bei Übelkeit finden Sie zusätzlich im Artikel Übelkeit und Erbrechen.
  • Wenn Sie nur kleine Mengen zu sich nehmen können oder Probleme beim Schlucken haben, nutzen Sie energiereiche (hochkalorische) Nahrungszusätze. Diese gibt es sowohl süß als auch herzhaft und in unterschiedlichen Konsistenzen (von Trinklösung bis Pudding).
  • Sprechen Sie bei Schmerzen, Unwohlsein und depressiver Stimmung mit Ihrem Arzt. Auch seelische Tiefs oder Erkrankungen können eine Appetitlosigkeit hervorrufen oder diese verstärken. Bewegen Sie sich so viel wie möglich. Das steigert den Appetit und wirkt dem Muskelabbau entgegen. Lesen Sie hierzu auch den Artikel Krebs und Sport.
  • Fragen Sie Ihren behandelnden Arzt, ob bei Ihnen der Einsatz verdauungsfördernder Arzneistoffe möglich ist. In Frage kommen können verschreibungspflichtige Präparate oder auch das Fertigarzneimittel Iberogast®. Diese Medikamente können gegen ein zu früh einsetzendes Sättigungsgefühl helfen und so den körperlichen Abbau aufhalten.

Krebsdiäten – macht das Sinn?

Immer wieder kursieren verschiedene Diäten durch die Medien, die eine krebshemmende oder krebszellenaushungernde Wirkung versprechen oder gar die medizinische Behandlung in der Onkologie ersetzten sollen. Ungeachtet dessen, dass diese Wirkung bisher nicht bewiesen wurde, sind sie oft einseitig und fördern durch die Einschränkung der Nahrungsmittel eine Mangelernährung.

Ein Beispiel für eine sogenannte Krebsdiät ist die ketogene Diät. Im Zentrum dieser Diät steht eine sehr geringe Kohlenhydratzufuhr (höchstens 20–70 g pro Tag). Angebliches Ziel sei es, auf diese Art und Weise die Krebszellen auszuhungern. Die systematische Bewertung von 15 Studien zeigte allerdings keine Vorteile dieser Ernährungsweise. Auch vom Krebsinformationsdienst und der aktuellen ESPEN- Leitlinie werden Krebsdiäten zum jetzigen Zeitpunkt abgelehnt.

Rezepttipps für die Tumortherapie

Rezepte für Krebspatienten

Ob gegen Durchfall, bei Schluckbeschwerden oder mit hochkalorischer Astronautennahrung – unter der Kategorie "Rezepte" finden Sie ausgesuchte Ideen & leckere Rezepte für die Tumortherapie.

Zur Rubrik "Rezepte"

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