Welche Ursachen gibt es für eine Thrombozytopenie?

Thrombozytopenie bezeichnet einen zu niedrigen Wert an Blutplättchen, den Thrombozyten. Zu den Aufgaben der Thrombozyten gehört es, ein Blutgefäß im Falle einer Verletzung wieder zu verschließen und dabei gerinnungsfördernde Stoffe freizusetzen, damit sich anschließend ein stabiler Wundverschluss bilden kann. Bei einer Thrombozytopenie besteht daher eine erhöhte Blutungsneigung.

Thrombozyten werden wie die roten und weißen Blutkörperchen im Knochenmark gebildet. Wird das Knochenmark während der Chemo- oder Strahlentherapie geschädigt, kann dadurch die Entstehung der Blutplättchen beeinträchtigt werden. Es kommt zu einem Mangel an Thrombozyten – einer Thrombozytopenie.

Wichtig zu wissen!

Der normale Thrombozytenwert liegt zwischen 140.000 und 440.000 Zellen pro Mikroliter (µl). Während oder nach der Chemotherapie kann eine Thrombozytopenie entstehen, wenn Ihr Thrombozytenwert abfällt.

Bei zu vielen Thrombozyten ab 450.000 pro µl liegt übrigens eine Thrombozytose vor. Wenn diese die Blutzirkulation stört, muss eine blutverdünnende Therapie begonnen werden.

Welche Symptome können auf zu wenig Thrombozyten hindeuten?

  • Schwindel
  • anhaltende Kopfschmerzen
  • verschwommene Sicht
  • leichte Bewusstseinsstörungen/Verwirrung
  • starke Müdigkeit
  • das Auftreten von Petechien (kleine, stecknadelkopfgroße rote Flecken auf der Haut)
  • vermehrte Bildung von Blutergüssen
  • Zahnfleischbluten
  • anhaltendes Nasenbluten
  • starke Blutungen auch bei kleinen Verletzungen
  • dunkel gefärbter/rötlicher Urin
  • Blut im Stuhl/schwarzer Stuhl
  • stärkere und längere Menstruationsblutung

Wenn Sie bei sich folgende Symptome beobachten, könnte das ein Hinweis auf eine Thrombozytopenie sein. In diesem Fall sollten Sie Ihren Arzt kontaktieren. Dieser kann den Verdacht unter anderem durch eine körperliche Untersuchung, sowie durch Blut- und/ oder Knochenmarkanalysen bestätigen. 

Was sind sinnvolle Vorsichtsmaßnahmen?

Auch kleine Verletzungen können bei zu wenig Thrombozyten zu starken Blutungen führen. Daher empfehlen wir folgende Vorsichtsmaßnahmen:

  • Vermeiden Sie enge Kleidung und raue Stoffe.
  • Verzichten Sie auf scharfe Rasierer, benutzen Sie lieber Elektrorasierer oder Enthaarungscreme.
  • Messen Sie Fieber oral (unter der Zunge), statt rektal (über den After).
  • Nehmen Sie ohne ärztliche Abstimmung keine Medikamente, die die Blutgerinnung herabsetzen. Hierzu zählen auch Schmerzmittel wie ASS oder Ibuprofen.
  • Trinken Sie täglich 8 bis 10 Gläser Flüssigkeit und zusätzlich immer, wenn sich Ihr Mund trocken anfühlt.
  • Verzichten Sie auf alkoholische Getränke.
  • Sollten Sie einen starken Husten entwickeln, bitten Sie Ihren Arzt um die Verordnung eines Hustensafts, um so Reizungen im Hals zu mindern.
  • Schützen Sie Ihre Hände vor Verletzungen; tragen Sie zum Beispiel zum Abwaschen Einmal-Handschuhe.
  • Putzen Sie Ihre Zähne mit einer weichen Zahnbürste.
  • Benutzen Sie keine Zahnseide.
  • Verwenden Sie keine Mundspülungen mit Alkohol. Empfehlenswert sind beispielsweise Meridol® Mundspülung, oder Elmex® Sensitive.
  • Benutzen Sie regelmäßig Lippenbalsam (beispielsweise Weleda Everon®).
  • Verwenden Sie während der Menstruation keine Tampons, sondern Binden.
  • Vermeiden Sie riskante Sportarten.

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Verletzen Sie sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und können die Blutung trotz Druckkompresse nicht stoppen, sollten Sie sofort den Rettungsdienst (112) benachrichtigen.  

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einer Thrombozytopenie?

Die Therapie bei zu wenig Thrombozyten variiert je nach Ursache und Schweregrad.

Liegt nur eine leichte Thrombozytopenie vor, wird in vielen Fällen keine Behandlung nötig.

Ist die Thrombozytopenie auf Medikamente zurückzuführen, sollten diese nach Möglichkeit in Absprache mit dem Arzt abgesetzt oder geändert werden, um die Anzahl der Thrombozyten wieder zu erhöhen. Hinweis: Setzen Sie keine verordnete Medikation ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt abrupt ab.

Bei einer sehr geringen Anzahl an Thrombozyten kann ein Thrombozytenkonzentrat helfen. Diese Infusion aus Blutspenden enthält eine hohe Menge an Thrombozyten und kann den Mangel ausgleichen.

Was kann ich tun, um einer Thrombozytopenie vorzubeugen?

Einer Thrombozytopenie kann im Rahmen einer Krebsbehandlung nur sehr begrenzt vorgebeugt werden.  

Sie können Ihren Körper bei einer Thrombozytopenie neben geeigneten Medikamenten mit einer gesunden, vitaminreichen und ausgewogenen Ernährung und durch regelmäßige und moderate Bewegung dabei unterstützen, die Thrombozyten zu erhöhen. Dabei können folgende Lebensmittel mit Vitamin C, D, B12 und gesunden Omega-3-Fettsäuren helfen:

  • Zitrusfrüchte, Kiwis, grüne Paprika, Brokkoli
  • Fisch, Eier, Milchprodukte
  • Samen und Nüsse

Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel zur Ernährung während der Krebstherapie.

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Quellenangaben

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