Was ist die Ursache einer Thrombo­zyto­penie?

Wichtig zu wissen!

Thrombozyten werden wie die roten und weißen Blutkörperchen im Knochenmark gebildet. Wird das Knochenmark durch eine Chemo- oder Strahlentherapie geschädigt, beeinträchtigt das die Entstehung der Blutplättchen und es kommt zu einem Mangel – einer Thrombozytopenie.

Thrombozyten sind für die Blutstillung verantwortlich, bei abgefallenem Thrombozytenwert besteht daher eine erhöhte Blutungsneigung. Während der Chemotherapie wird Ihre Thrombozytenzahl regelmäßig bestimmt.

Was kann ich tun, um einer Thrombo­zyto­penie vorzubeugen?

Leider kann man einer Thrombozytopenie im Vorfeld nicht vorbeugen, die Reaktion ist individuell und von vielen Faktoren abhängig. Sie können aber mit einer Reihe von Vorsichtsmaßnahmen (s.u.) das Risiko von Blutungen verhindern.

Welche Symptome deuten auf eine Thrombo­zyto­penie hin?

  • Das Auftreten von Petechien (kleine, stecknadelkopfgroße rote Flecken auf der Haut)
  • Zahnfleischbluten
  • Nicht enden wollendes Nasenbluten
  • Starke Blutungen auch bei kleinen Verletzungen
  • Stoppen von Blutungen durch Druck ist nicht möglich
  • Dunkel gefärbter/rötlicher Urin
  • Blut im Stuhl/schwarzer Stuhl
  • Stärkere und längere Menstruationsblutung

Was sind sinnvolle Vorsichtsmaßnahmen?

Auch kleine Verletzungen können bei einer Thrombozytopenie zu starken Blutungen führen, daher empfehlen wir folgende Vorsichtsmaßnahmen:

  • Vermeiden Sie enge Kleidung und raue Stoffe
  • Rasieren Sie sich nur elektrisch oder verwenden Sie Enthaarungscreme
  • Messen Sie nicht rektal Fieber, sondern oral
  • Nehmen Sie keine Medikamente, die die Blutgerinnung herabsetzen. Hierzu zählen auch Schmerzmittel wie ASS oder Ibuprofen
  • Trinken Sie täglich 8–10 Gläser Flüssigkeit und immer, wenn sich Ihr Mund trocken anfühlt
  • Vermeiden Sie alkoholische Getränke
  • Sollten Sie einen starken Husten entwickeln, bitten Sie Ihren Arzt um einen Hustensaft
  • Schützen Sie Ihre Hände vor Verletzungen; tragen Sie z. B. zum Abwaschen Handschuhe
  • Putzen Sie Ihre Zähne mit einer weichen Zahnbürste
  • Benutzen Sie keine Zahnseide
  • Vermeiden Sie Mundspülungen mit Alkohol. Empfehlenswert sind beispielsweise Meridol® Mundspülung, Parodontax® Mundspülung oder Elmex® Sensitive
  • Verwenden Sie regelmäßig Lippenbalsam (beispielsweise Weleda Everon® oder Bepanthol® Lippencreme)
  • Verwenden Sie während der Menstruation keine Tampons, sondern Binden
  • Vermeiden Sie riskante Sportarten

Wann muss ich meinen Arzt benachrichtigen?

Wenn Sie bei sich folgende Symptome beobachten, könnte das ein Hinweis auf eine Thrombozytopenie sein und Sie sollten Ihren Arzt kontaktieren:

  • Schwindel
  • anhaltende Kopfschmerzen
  • verschwommene Sicht
  • leichte Bewusstseinsstörungen/Verwirrung
  • starke Müdigkeit
  • Blut im oder sehr dunkel gefärbter Urin
  • Blut im Stuhl oder schwarzer Stuhl

Außerdem kann es natürlich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen passieren, dass Sie sich verletzen. Auch dann sollten Sie den Arzt benachrichtigen, wenn die Blutung trotz Druckkompresse nach 10–15 Minuten nicht zum Stillstand kommt.

Welche Behandlungs­möglich­keiten / Medi­kamente gibt es?

Sollte Ihr Arzt wegen möglicher Blutungskomplikationen ernsthaft besorgt sein, kann ein Thrombozytenkonzentrat helfen. Diese Infusion aus Blutspenden enthält eine hohe Menge Thrombozyten und gleicht den Mangel aus.


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