Ursache und Behandlung

Von Durchfall oder auch Diarrhö spricht man ab einer Stuhlfrequenz von 4 Stühlen pro Tag über der normalen, individuellen Stuhlanzahl. Während einer Tumor- oder Strahlentherapie kann es durch eine Schädigung der Darmschleimhautzellen zu einer reduzierten Aufnahme von Nahrungsbestandteilen und somit zu einer verstärkten Wasseraufnahme in den Darm kommen. Das Resultat ist das Auftreten von Durchfällen, die häufig mit Bauchschmerzen und Krämpfen verbunden sind. 

Je nach verabreichtem Wirkstoff und dem daraus hervorgehenden Risiko Durchfall zu bekommen, verordnet Ihr Arzt eine Notfallmedikation und gibt Ihnen idealerweise einen Notfallplan für die Einnahme mit. Hier kommen Wirkstoffe zum Einsatz, die die erhöhten Peristaltikbewegungen des Darms hemmen. Somit hat der Körper wieder mehr Zeit die Flüssigkeit aus dem Stuhl zu ziehen. Sollten die Durchfälle noch häufiger auftreten, melden Sie sich bitte zeitnah bei Ihrem Onkologen.

Kann ich dem Durchfall vorbeugen?

Die wichtigste Prophylaxe ist das Wissen um die Nebenwirkung Durchfall. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, wie Sie sich bei Auftreten von Durchfällen konkret verhalten können und stellen Sie idealerweise einen Plan auf, der Akutmedikamente und deren Einnahmehäufigkeit beinhaltet.

In den letzten 20 Jahren wurden einige Studien zu verschiedenen Wirkstoffen für die Prophylaxe einer Chemotherapie-induzierten Diarrhö durchgeführt, dennoch lassen die Ergebnisse und die momentane Datenlage keine Empfehlungen spezifischer Arzneistoffe zur Prophylaxe zu. 

Das können Sie bei Auftreten von Durchfall selbst tun

Informieren Sie zunächst Ihren Arzt und klären Sie ab, ob ein Arzt- oder Krankenhausbesuch notwendig ist. Sollte dies nicht der Fall sein, können Sie folgende Maßnahmen unterstützend anwenden:

Viel trinken - aber was?

  • Gleichen Sie Ihren Wasser- und Elektrolythaushalt aus
    Das heißt: Trinken Sie reichlich stilles Wasser, Tee oder in Wasser auflösbare Elektrolytmischungen, wie beispielweise Elotrans® oder Oralpädon®.
    Falls Sie diese nicht zur Hand haben, lösen Sie 1 TL Salz und 5 TL Zucker in 0,5 l abgekochtem Wasser auf und füllen Sie die Mischung mit 0,5 l Saft oder Früchtetee auf.

  • HINWEIS: Cola ist NICHT geeignet
    Entgegen der weitläufigen Meinung ist das Trinken von Cola nicht optimal zur Behandlung von Durchfall. Sie enthält zu viel Zucker, was eine vermehrte Wassersammlung im Darmtrakt hervorruft. Die Kohlensäure reizt zusätzlich Magen- und Darmschleimhäute.

Bevorzugen Sie folgende Speisen:

  • Ballaststoffreiche Nahrungsmittel
    wie z. B. Bananen, gekochte Kartoffeln, Nudeln und Reis, Weißbrot oder Toast
  • Geriebene Äpfel
    Äpfel sind sehr gut geeignet, da sie reich an Pektin sind, welches Flüssigkeit im Darm binden kann
  • Getrocknete Heidelbeeren
    Sie enthalten zusätzlich Gerbstoffe, die eine Schutzschicht im Darm bilden können
  • Teilen Sie Ihre Mahlzeiten in mehrere kleine Portionen auf

Hilfe bei gereizter Haut der Analregion:

  • Gerbstoffhaltige Sitzbäder
  • Wundheilungsfördernde Salben
    beispielsweise Tannosynt® flüssig, Tannosynt® Lotio, Hametum® Wund- und Heilsalbe

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Quellenangaben

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