Krebsarten A-Z


Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom)

Die Bauchspeicheldrüse, von Fachleuten auch Pankreas genannt, ist eine körpereigene Drüse mit zwei wichtigen Funktionen. Zum einen stellt sie wichtige Botenstoffe (Hormone) für den Zuckerhaushalt des Körpers zur Verfügung, zum Beispiel Insulin. Das geschieht über sogenannte hormonproduzierende Zellen. Zum anderen produziert das Pankreasgewebe Verdauungssäfte.

Sowohl hormonproduzierende Zellen als auch das restliche Pankreasgewebe können Tumore bilden. Dabei bilden die hormonproduzierenden Zellen meist gutartige, das Pankreasgewebe meist bösartige Tumore.

Auftreten

In den Jahren 2011 bis 2016 waren etwa 22.100 Menschen in Deutschland an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt. Damit gehört Bauchspeicheldrüsenkrebs zu den häufigeren Tumorarten. Die Wahrscheinlichkeit für die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs erhöht sich mit dem Lebensalter.

Früherkennung

Bislang gibt es keine wirksamen Maßnahmen zur Früherkennung eines Pankreaskarzinoms.

Anzeichen und Symptome

Ein Pankreaskarzinom bereitet im Anfangsstadium nur selten Beschwerden.

Häufig ist Rückenschmerzen ein erstes Symptom, auch ein Druckgefühl im Oberbauch oder Bauchschmerzen kommen vor. Meist tritt der Schmerz auch nachts auf und strahlt in den Rücken.

Blockiert der Tumor den Gallengang, kommt es zu Problemen bei der Fettverdauung. Fett wird vermehrt mit dem Stuhl ausgeschieden. Es entstehen sogenannte Fettstühle, die heller und geruchsintensiver als normale Stühle sind.

Keines der genannten Symptome ist spezifisch für Bauchspeicheldrüsenkrebs. Sie treten bei anderen Krankheiten ebenso auf und nicht alle Patienten mit Pankreaskarzinom weisen diese Beschwerden auf.

Therapieentscheidende Tumoreigenschaften

Zur Verlaufskontrolle der Erkrankung eignet sich die Substanz CA 19-9. Ca 19-9 kommt im Gewebe der Bauchspeicheldrüse vor. Die Konzentration im Blut ist bei den meisten Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs erhöht. Da ein erhöhter CA19-19-Wert auch bei anderen Erkrankungen vorkommen kann, eignet sich der Wert nicht zur Diagnose von Bauchspeicheldrüsenkrebs.

 



Quellenangaben:

Blasenkrebs (Harnblasenkarzinom)

Blasenkrebs entsteht meist in der Schleimhautschicht, die die Blase auskleidet. Man bezeichnet diesen Tumor auch als Urothelkarzinom. 90% der Tumore in der Harnblase sind Urothelkarzinome. Nur 10% gehen von anderen Gewebearten aus.

Aufgrund der räumlichen Nähe im Urogenitalbereich ist eine Ausbreitung auf Nierenbecken, Harnleiter oder Teile der Harnröhre möglich.

Auftreten

Männer sind deutlich häufiger von Blasenkrebs betroffen als Frauen. Dieser Unterschied ist auf das Rauchverhalten zurückzuführen und wird seit Jahren kleiner. Im Jahr 2016 erkrankten 11.470 Frauen und 34980 Männer an Blasenkrebs, die meisten allerdings an weitestgehend harmlosen Formen.

Früherkennung

Bislang gibt es keine Testverfahren, die in der Früherkennung, also in der flächendeckenden Untersuchung eingesetzt werden.

Gibt es allerdings einen Verdacht auf eine Erkrankung wird beispielweise die Blasenspiegelung als Untersuchungsmethode angewandt.

Anzeichen und Symptome

Die frühen Symptome eines Blasenkrebs ähneln einer Blasenentzündung. Betroffenen haben häufig das Gefühl, zu Toilette zu müssen, können dort aber kein Wasser lassen. Auch Blut im Urin kann vorkommen.

Ist der Krebs bereits fortgeschritten, können Schmerzen im Unterleib und der Nierengegend auftreten.

Die Anzeichen sind nicht spezifisch und können auch auf andere Erkrankungen hinweisen. In jedem Fall sollte der Arzt die Ursache prüfen.

Therapieentscheidende Tumoreigenschaften

Die Harnblase umschließt eine Muskelschicht, die zur Entleerung benötigt wird. Ist der Tumor bereits in diese Schicht eingedrungen, wird dies als „muskelinvasiv“ bezeichnet.

Die Therapie eines muskelinvasiven Harnblasenkarzinoms unterscheidet sich von der eines nicht-muskelinvasiven Harnblasenkarzinoms.

 



Quellenangaben:

Blutkrebs (Leukämien und Lymphome)

Krebserkrankungen gehen nicht ausschließlich von Organgewebe aus. Auch die Zellen des Blutes können entarten und sich unkontrolliert vermehren. Es liegt kein Tumor vor, sondern viele einzelne Krebszellen, die sich beständig vermehren. Die verschiedenen Krebserkrankungen, die sich daraus ergeben, werden unter dem Begriff Blutkrebs zusammengefasst.

Genauer geht es um Lymphome und Leukämien.

Lymphome

Das Lymphsystem ist die Müllabfuhr des menschlichen Körpers. Stoffe, die wir nicht mehr brauchen, werden über ein System von Lymphbahnen abtransportiert.

Die Zellen des Lymphsystems werden Lymphozyten genannt. Sie bilden eine Unterart der weißen Blutkörperchen. Bei einem Lymphom werden aus Lymphozyten Krebszellen.

Lymphome werden weiter unterschieden in Hodgkin-Lymphome, Non-Hodgkin-Lymphome und Multiple Myelome.

Leukämien

Eigentlich betrifft das unkontrollierte Wachstum bei einer Leukämie nicht die Blutzellen. Vielmehr sind es die sogenannten blutbildenden Zellen, aus denen der Krebs entsteht. Diese sitzen im Knochenmark und sorgen im Normalfall für einen ausreichenden Nachschub an Blutzellen. Bei einer Leukämie werden sehr viele weiße Blutkörperchen produziert, die allerdings nicht ausreifen. Das bedeute, dass das Blut mit vielen halbfertigen weißen Blutzellen geflutet wird. Zusätzlich werden die normalen blutbildenden Zellen verdrängt. Dadurch verschiebt sich das gesamte Gleichgewicht der Blutzellen.

Leukämien unterscheidet man anhand von zwei Aspekten. Treten schnell Krankheitssymptome auf (innerhalb von Tagen), spricht man von einer akuten Leukämie, beginnt die Erkrankung eher schleichend handelt es sich um eine chronische Leukämie. Anhand der betroffenen Zellen unterscheidet man weiterhin zwischen lymphatischen und myeloischen Leukämien.

 



Quellenangaben:

Brustkrebs (Mammakarzinom)

Bei Brustkrebs, in der Fachsprache Mammakarzinom genannt, handelt es sich um eine bösartige Entartung des Brustgewebes. In den meisten Fällen ist das Drüsengewebe betroffen.

Tumoren treten häufig im oberen, äußeren Teil der Brust, also in Nähe der Achselhöhle auf. Nur selten bleibt es bei einem Knoten. Häufig entwickeln sich Tumore an verschiedenen Stellen in der Brust.

Auftreten

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Nach der aktuellen Datenlage erkranken etwa 12,5% der Frauen im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs, etwa 60% im Anschluss an die Wechseljahre.

Auch Männer sind mit einem Prozent aller Neuerkrankungen von Brustkrebs betroffen.

Früherkennung

Es gibt verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten zur Früherkennung von Tumoren des Brustgewebes. Ab dem 30. Lebensjahr kann eine Tastuntersuchung durch einen Arzt im jährlichen Rhythmus durchgeführt werden. Die bildliche Darstellung mittels Mammographie wird zwischen dem 50. Und dem 69. Lebensjahr alle 2 Jahre von der Krankenkasse übernommen.

Sollte eine BRCA1-, BRCA2 oder RAD51C-Mutation vorliegen, ist die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung im Laufe des Lebens erhöht. In diesen Fällen ist eine engmaschigere Kontrolle empfehlenswert. Eine Tastuntersuchung bereits ab dem 25. Lebensjahr und in einem halbjährlichen Rhythmus. Eine Ultraschalluntersuchung kann zwischen dem 25. und dem 70. Lebensjahr halbjährlich, danach jährlich durchgeführt werden. Ebenso steht hier die Untersuchung mittels Magnetresonanztomographie ab dem 25. Lebensjahr einmal jährlich und die Mammographie ab dem 40. Lebensjahr ebenso jährlich zur Verfügung. Die eingesetzten Untersuchungen werden mit dem behandelnden Onkologen gewählt.

Anzeichen und Symptome

Zu Beginn einer Brustkrebserkrankung treten keine Beschwerden auf. Verdächtige Auffälligkeiten sind sowohl bei Männern als auch bei Frauen neu aufgetretene Verhärtungen oder Knoten in der Brust oder Schwellungen in der Achselhöhle, unterhalb des Schlüsselbeins oder neben dem Brustbein. Auch Veränderungen der Brüste zum Beispiel in Form oder Größe oder an der Haut, wie zum Beispiel Einziehungen sollten vom Gynäkologen oder Hausarzt abgeklärt werden.

In den meisten Fällen handelt es sich zum Glück um gutartige Veränderungen. Bei Frauen ändert sich die Festigkeit des Brustgewebes auch während des Zyklus.

Therapieentscheidende Tumoreigenschaften

Im Zuge der Diagnose werden anhand einer Gewebeprobe weitere Eigenschaften des Tumors untersucht. Bei Brustkrebs unterscheidet man zwischen hormonempfindlichen und hormonunempfindlichen Tumoren sowie HER2 positiven und HER2 negativen Tumoren.

Als „hormonempfindlich“ oder „hormonrezeptorpositiv“ bezeichnet man Brustkrebsgewebe, bei dem die Anwesenheit von weiblichen Geschlechtshormonen das Wachstum verstärken. Als Abkürzungen sind auch ER+ oder PgR+ geläufig. Patientinnen mit einem hormonempfindlichen Brustkrebs profitieren von einer Antihormontherapie.

HER2 ist eine Andockstelle (Rezeptor) für sogenannte Wachstumsfaktoren. Diese Wachstumsfaktoren bewirken, wie der Name schon sagt, ein weiteres Wachstum der Krebszellen. Kommen besonders viele dieser HER2-Strukturen im Tumorgewebe vor, spricht man von einem HER2-positiven Brustkrebs. Wirkstoffe, die sich speziell gegen die HER2-Struktur richten, können sinnvoll eingesetzt werden.

Ist das Tumorgewebe weder hormonempfindlich noch HER2-positiv, spricht man von einem triple-negativen Mammakarzinom.

Mit diesen Informationen wählt der behandelnde Arzt die Therapie aus.

 



Quellenangaben:

Darmkrebs

Bei einer Länge von etwa 5,3 bis 8,5 Metern kann Krebs im Darm an vielen verschiedenen Stellen entstehen.
Der obere Teil des Darms, der Dünndarm, ist mit 4 bis 7 Metern der längste Abschnitt des Darms und für die Aufnahme der meisten Nährstoffe verantwortlich. Der Dickdarm ist mit 1,2 -1,5 Metern wesentlich kürzer und endet im Rektum, auch Mastdarm genannt. Hier wird dem Nahrungsbrei Wasser entzogen und der Stuhl entsteht.
Die Tumore entstehen aus dem Schleimhautgewebe, das die Innenfläche des Darms auskleidet.

Trotz seiner vergleichsweise geringen Länge betreffen die meisten Darmkrebserkrankungen den Dickdarm. Man spricht in diesem Fall auch von einem kolorektalen Karzinom.

Seltener kommt es zu Tumoren im Dünndarm, dem Dünndarmkrebs.

Das sogenannte Analkarzinom, auch Analkrebs genannt tritt am Ende des Darms im Rektum auf. Auch hierbei handelt es sich um eine eher seltene Krebserkrankung.



Quellen:

Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)

Nicht nur in der Gebärmutter, auch in den Eierstöcken der Frau können sich bösartige Tumore bilden. Die Eierstöcke spielen nicht nur für die Eireifung und damit die Fruchtbarkeit eine wichtige Rolle, sie übernehmen auch wichtige Funktionen im Hormonhaushalt.

Die meisten Eierstocktumoren entstehen aus dem Drüsengewebe von Eileiter oder Eierstöcken. Manche Krebszellen haben ihren Ursprung auch in bestimmten Zellen des Bauchfells.

Sehr selten kommt es vor, dass die Eizellen oder ihre Vorläufer selbst entarten.

Auftreten

Mit 4,8% der Krebserkrankungsfälle belegt das Ovarialkarzinom Platz 5 der häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen. Das Risiko einer bösartigen Neubildung steigt mit dem Lebensalter. Im Schnitt erhalten Patientinnen die Diagnose mit 68 Jahren.

Früherkennung

Zwei Methoden können zur Früherkennung von Eierstockkrebs herangezogen werden. Die Ultraschalluntersuchung über die Scheide und die Bestimmung eines Markers im Blut, dem CA-125. Beiden Untersuchungen konnte bislang kein Nutzen nachgewiesen werden. Daher werden diese Verfahren in der Regel nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Beide Tests gehören zu der Gruppe der individuellen Gesundheitsleistungen, kurz IGeL. 

Anzeichen und Symptome

Eierstockkrebs bleibt lange ohne Symptome. Unspezifische Hinweise sind anhaltende Schmerzen im Unterleib, ein Anschwellen des Bauches sowie Völlegefühl und Verdauungsbeschwerden. Auch ungewöhnliche Zyklusänderungen, Schmier- oder Zwischenblutungen können auf Eierstockkrebs hindeuten.

Daher sollten diese Symptome immer von einem Arzt abgeklärt werden.

Therapieentscheidende Tumoreigenschaften

Bei der Entscheidung für eine Therapieform spielt die sogenannte „BRCA-Mutation“ eine Rolle.

Die Veränderung des BRCA-Gens ist gleichsam ein Risikofaktor für diese und weitere Tumorerkrankungen (z.B. Brustkrebs) und wird innerhalb der Familie weitergegeben.

Nach der Diagnose Eierstockkrebs, wird ein Test auf die genannte Mutation nicht zur Risikoabschätzung durchgeführt, sondern um den Arzt bei der Beurteilung von Therapieoptionen zu unterstützen.



Quellenangaben:

Gallenblasenkrebs / Gallengangkrebs (Gallenblasenkarzinom)

Auch: Gallengangkarzinom

Gallenblase und Gallengänge spielen eine wichtige Rolle bei der Verdauung von Nahrung im Darm. Die Gallenblase liegt unterhalb der Leber und ist mit dieser durch die Gallengänge verbunden. Sie ist eine Art Zwischenspeicher für die Galle, die nicht zur Verdauung benötigt wird. Produziert wird die Galle in der Leber. Die Gallengänge verbinden Leber, Gallenblase und Darm. Bei einer Tumorerkrankung kann der Abfluss der Galle in den Darm beeinträchtigt werden.

Auftreten

Tumore im Gallensystem sind eine eher seltene Krebserkrankung, die hauptsächlich im höheren Alter entsteht. Der Anteil erkrankter Frauen ist etwas höher als der erkrankter Männer. Etwa 5400 Personen pro Jahr erhalten in Deutschland die Diagnose Gallenblasenkrebs bzw. Gallengangkrebs.

Früherkennung

Bislang gibt es keine wirksamen Maßnahmen zur Früherkennung einer Krebserkrankung des Gallensystems.

Anzeichen und Symptome

Die Symptome eines Gallenblasen- bzw. Gallengangkarzinoms resultieren aus einem gestörten Abfluss der Galle in den Dünndarm. Es kann zu einer Gelbfärbung der Haut und Augen sowie zu einer dunklen Urin- und einer hellen Stuhlverfärbung kommen. Auch Juckreiz kann auftreten. Manche Betroffenen leiden an Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen. Hier gilt eine zügige ärztliche Abklärung, denn diese Symptome treten auch bei (nicht bösartigen) Erkrankungen der Leber auf.

Therapieentscheidende Tumoreigenschaften

Die Art der Therapie ist abhängig vom Stadium der Krebserkrankung. Bei der Beurteilung spielt sowohl die Tumorgröße als auch das Vorhandensein und die Ausbreitung von Metastasen eine Rolle. Auch der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten wird berücksichtigt.



Quellen:

Hautkrebs

Das größte Organ des menschlichen Körpers ist die Haut. Als Barriere zur Außenwelt hat sie eine wichtige Schutzfunktion in der Abwehr von Schadstoffen und Krankheitserregern. Dieser Schutzwall ist aus unterschiedlichen Zellarten zusammengesetzt.
Leider können auch diese Zellen entarten und bösartige Wucherungen ausbilden.

Mit der betroffenen Zellart unterscheidet sich auch die Krebserkrankung.

Geht die Erkrankung von Zellen der obersten Hautschicht aus, spricht man von einem Plattenepithelkarzinom oder auch einem Spinaliom.
Sind die etwas tiefer in der Haut liegenden Basalzellen Auslöser des Krebses, ist die Bezeichnung Basalzellenkarzinom oder Basaliom gebräuchlich. Da keine dunkle Verfärbung der Haut stattfindet, spricht man bei Spinaliom und Basaliom auch von einem weißen oder hellen Hautkrebs.

Melanozyten sind Hautzellen, die einen dunklen Farbstoff enthalten, der uns vor der Sonneneinstrahlung schützt. Wenn die Krebserkrankung von Melanozyten ausgeht, nennt man das ein Melanom oder auch ein malignes (bösartiges) Melanom.

Vom malignen Melanom spricht man auch beim schwarzen Hautkrebs. Der Name kommt von der dunklen Färbung, die sich mit dem in den Melanozyten enthaltenen Farbstoff ausbreitet.



Quellen:

Hirntumore (ZNS-Tumore)

Das menschliche Gehirn ist ein komplexes System aus Nervensträngen und Vernetzungen, das wir noch immer nicht vollständig verstehen. Es bildet mit dem Rückenmark das zentrale Nervensystem – kurz ZNS.

Je nachdem, von welchem Gewebetyp sie ausgehen, haben Hirntumore verschiedene Namen. Gliome sind die häufigste Art von Hirntumoren, diese entstehen beispielsweise aus den Glia-Zellen. Ebenfalls zu den Hirntumoren gehören Ependymome, Schwannome, Neurinome und Neurofibrone.

Auftreten

Das Gehirn ist nur selten der Ausgangspunkt einer Krebserkrankung. Gerade einmal 7430 Männer und Frauen erkrankten im Jahr 2016 an einem Tumor des zentralen Nervensystems. Das Risiko zu erkranken steig mit dem Lebensalter.

Sehr viel häufiger kommen Hirnmetastasen vor. In diesen Fällen wandert Tumorgewebe aus dem Ursprungsorgan (z.B. der Lunge) in das Gehirn ein.

Früherkennung

Bislang gibt es keine sinnvollen Untersuchungen zur Früherkennung von Hirntumoren. Die Ausnahme bilden vorliegenden, sehr selten vorkommenden Erberkrankung, wie beispielsweise einer Neurofibromatose, von Hippel-Lindau oder dem Li-Fraumeni-Syndrom.

Anzeichen und Symptome

Hirntumore verursachen keine einheitlichen Symptome. Welche Beschwerden ein Patient entwickelt, hängt stark mit dem betroffenen Bereich des Gehirns zusammen. Vorkommen können zum Beispiel Erbrechen, Probleme beim Sehen und Sprechen, Kopfschmerzen, Lähmung, epileptische Anfälle oder Veränderungen des Verhaltens.

Therapieentscheidende Tumoreigenschaften

Auch gutartige Tumore, die weder schnell wachsen noch gesundes Gewebe zerstören, stellen im Gehirn ein Problem dar. Sie üben Druck auf die betroffene Stelle aus und stören so deren Funktion.

Zur Klassifikation von Hirntumoren wird ein System der Weltgesundheitsorganisation genutzt, das den Tumor in 4 Grade einteilt. Grad I steht dabei für einen vollkommen gutartigen, Grad IV für einen bösartig aggressiven Tumor.

Der Grad der Erkrankung sowie die Lage des Tumors im Gehirn sind wichtige Faktoren bei der Therapieentscheidung.

 



Quellenangaben:

Hodenkrebs (Hodenkarzinom)

90 Prozent der Krebserkrankungen in den Hoden entstehen in den sogenannten Keimzellen. Daher stammt auch die Bezeichnung Keimzelltumor. In den meisten Fällen ist nur ein Hoden betroffen.

Im Verlauf der Erkrankung kann sich der Krebs auch auf Nebenhoden und Samenleiter ausbreiten.
 

Auftreten

Mit etwa 4000 Männern, die pro Jahr an Hodenkrebs erkranken, zählt dieser Krebs zu den seltenen Tumorerkrankungen. Eine Besonderheit ist, dass Männer im Alter von 25-45 Jahren häufiger betroffen sind als ältere Männer.
 

Früherkennung

Die Deutsche Gesellschaft für Urologie empfiehlt Männern im Alter von 14 bis 45 Jahren, ihre Hoden regelmäßig abzutasten. Bei schmerzlosen, harten Schwellungen oder Knoten im oder am Hoden ist eine ärztliche Abklärung notwendig und wichtig.
 

Anzeichen und Symptome

Neben Schwellungen und Knoten gibt es auch andere Symptome, die durch Hodenkrebs hervorgerufen werden können. Dazu zählen ein Ziehen oder Spannungs-/Schweregefühle in den Hoden oder der Leistengegend, Ansammlung von Flüssigkeit im Hodensack sowie eine Berührungsempfindlichkeit der Hoden.

Bei manchen Hodenkarzinomen kann es durch die vermehrte Produktion weiblicher Hormone auch zu einem Wachstum der Brust kommen.
 

Therapieentscheidende Tumoreigenschaften

Die Art der Therapie ist abhängig von den Gewebeeigenschaften des Tumors, denn in den Hoden befinden sich sehr unterschiedliche Arten von Zellen.Bildet sich der Tumor aus den spermienproduzierenden Zellen, spricht man von einem Semion, entsteht er aus anderen Keimzellen nennt man das Nicht-Semion. Es ist auch möglich, dass der Hodenkrebs sich aus „versprengtem“, sich nicht in den Hoden befindlichen Hodengewebe bildet. Dann spricht man von extragonadalen Keimzelltumoren.

Das Ausgangsgewebe des Tumors wird bei der Diagnose durch eine Histologie (Untersuchung einer Gewebeprobe unter dem Mikroskop) bestimmt.
 

Weiterführende Information

Wissenswertes zum Thema Kinderwunsch trotz Krebs finden Sie hier.

 



Quellenangaben:

Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)

Kommt es in der Lunge zu Geschwülsten oder Wucherungen sind diese in über 90% der Fälle gutartig. Dringen sie jedoch in benachbartes Gewebe ein und zerstören dieses, spricht man von Lungenkrebs; Fachleute sagen auch Bronchialkarzinom.
Häufig treten Tumore in den oberen Abschnitten der Lunge auf, da diese häufiger in Kontakt mit Schadstoffen kommen. Grundsätzlich kann sich der Krebs aber in allen Bereichen der Lunge ausbilden.
Bildet sich der Krebs aus den Schleimhäuten der Lunge, spricht man von einem Plattenepithelkarzinom. Hat er seinen Ursprung in den Lungenbläschen, handelt es sich um ein Adenokarzinom.

Je nach Befund unterscheidet man zwischen dem kleinzelligen Bronchialkarzinom (engl. SCLC: small cell lung cancer) und dem nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom (engl. NSCLC: non small cell lung cancer). Nicht-kleinzellige Bronchialkarzinome wachsen in der Regel langsamer als kleinzellige Bronchialkarzinome.

Auftreten

Lungenkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten in Deutschland. 2016 erhielten 35.960 Männer und 21.500 Frauen die Diagnose Lungenkrebs. Diese Diskrepanz ist auf das unterschiedliche Rauchverhalten von Männern und Frauen zurückzuführen. Die Zahlen nähern sich jedoch stetig an. Das Bronchialkarzinom ist demnach die zweithäufigste Krebserkrankung bei Männern und auf Rang 3 bei den Frauen.

Anzeichen und Symptome

Bei einer Lungenkrebserkrankung treten lange Zeit keine Beschwerden auf. Hinweise sind über Wochen anhaltender Husten oder Heiserkeit, Atemnot, Schmerzen in der Brust oder blutiger Auswurf. Gerade langjährige Raucher oder Passivraucher sollten diese Symptome vom Arzt abklären lassen.

Therapieentscheidende Tumoreigenschaften

Um zu entscheiden, ob ein Patient von einer zielgerichtete Tumortherapie profitiert, untersuchen die Ärzte das Tumorgewebe auf bestimmte Eigenschaften.
Von Interesse bei Lungenkrebs sind die Strukturen „BRAF-V600“ und „EGFR“, die beide das Wachstum des Tumors begünstigen. Gegen sie kann gezielt mit Medikamenten vorgegangen werden.
Auch auf die Struktur „PD-L1“ wird getestet. Mit ihr unterdrückt der Krebs das Immunsystem. Gegen „PD-L1“ kann ebenso zielgerichtet vorgegangen werden.

 



Quellenangaben:

Magenkrebs (Magenkarzinom)

Die Wand des Magens wird von einer Schleimhaut ausgekleidet. Diese besteht zum Teil aus Drüsenzellen, die für die Bildung des Verdauungssafts zuständig sind. In den meisten Fällen von Magenkrebs bildet sich der Tumor aus diesen Zellen. Man spricht von einem Adenokarzinom.

Nur, wenn der Großteil des Tumors im Magen und mindestens zwei Zentimeter vom Mageneingang entfernt liegt, liegt eine Magenkrebserkrankung vor. In anderen Fällen handelt es sich um einen AEG-Tumor oder Speiseröhrenkrebs, auch wenn ein kleiner Teil des Tumors noch im Magen liegt.

Auftreten

Mit insgesamt 15.140 Neuerkrankungen im Jahr 2016 liegt Magenkrebs bei Männern auf Platz 8 bei Frauen auf Platz 10 der Krebserkrankungen in Deutschland. Männer sind dabei häufiger betroffen als Frauen. Das Erkrankungsrisiko nimmt ab dem 50. Lebensjahr immer weiter zu.

Anzeichen und Symptome

Es gibt keine Beschwerden, die eindeutig einem Magenkarzinom zuzuordnen sind. Hinweise können sein:

  • Appetitlosigkeit, insbesondere bezüglich Fleisch oder Fisch
  • Völlegefühl, Druckgefühle oder Schmerzen im Oberbauch
  • Schluckbeschwerden
  • Häufige Übelkeit und Erbrechen
  • Schluckbeschwerden
  • Ungewöhnliche Dunkelfärbung des Stuhls

Diesen Symptomen können auch andere Krankheiten zu Grunde liegen.
Hellhörig sollte man immer dann werden, wenn Beschwerden über längere Zeit bestehen bleiben.

Früherkennung

In Deutschland wird nicht routinemäßig auf ein Magenkarzinom untersucht. Die Krebsvorsorgeprogramme in Deutschland sehen dies nicht vor. Magenkrebs tritt eher selten auf, sodass Gesunde durch eine Untersuchung und ein mögliches falsch positives Ergebnis nicht belastet werden sollen.

Therapieentscheidende Tumoreigenschaften

Bei der Beurteilung eines Magenkarzinoms spielt die sogenannte Laurén-Klassifikation eine Rolle. Bei dieser wird beurteilt, wie ähnlich sich Krebs- und gesunde Zellen sind. Es wird unterschieden in den „intestinalen Typ“, bei dem das Krebsgewebe nur wenige Unterschiede zu gesundem Gewebe aufweist und dem „diffusen Typ“, bei dem deutliche Abweichungen vorliegen.

Auch eine Mischung aus intestinalem und diffusem Typ ist möglich. Man spricht dann von einem Mischtyp.

 



Quellenangaben:

Prostatakrebs (Prostatakarzinom)

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, ist eine Drüse, die beim Mann den oberen Teil der Harnröhre umschließt. Sie ist für die Produktion der Samenflüssigkeit zuständig. Im Laufe seines Lebens, wächst die Prostata eines Mannes von Walnuss- auf Mandarinengröße an. In den meisten Fällen ist diese Vergrößerung gutartig und nur bei Beschwerden behandlungsbedürftig.

Durch Veränderungen im Erbmaterial der Zellen kann jedoch ein bösartiger Tumor entstehen.

Auftreten

Fast 11% aller Männer erhalten in ihrem Leben die Diagnose Prostatakrebs. Damit ist das Prostatakarzinom die häufigste Krebsart bei Männern. Das Risiko einer Erkrankung steigt mit dem Lebensalter. Während statistisch nur einer von 5.100 36-Jährigen im Laufe der nächsten 10 Jahre erkrankt, ist es bei 75-Jährigen einer von 19. Männer unter 50 Jahren sind kaum mit Prostatakrebs konfrontiert.

Früherkennung

Methoden, die zur Früherkennung einer Krebserkrankung der Prostata verwendet werden, sind die PSA-Messung und das Abtasten der Prostata. Ziel ist es schnell wachsende, aggressive, lokal begrenzte Tumore aufzufinden. Aufklären sollten Ärzte über diese Untersuchungen auf Nachfrage des Patienten. Sinnvollerweise wird die Früherkennung ab einem Alter von 45 Jahren durchgeführt, wenn die voraussichtliche Lebenserwartung mindestens 10 Jahren beträgt. Wichtig ist es sich im Vorfeld mit dem Thema auseinanderzusetzen. Hier sind die Vor- und Nachteile abzuwägen, wie beispielsweise die Aussagekraft der Testergebnisse, sowie deren Konsequenzen.

Anzeichen und Symptome

Bei einer Vergrößerung der Prostata treten erst Symptome auf, wenn die Funktion der Harnröhre beeinträchtigt wird. Vermehrte Harndrang und Schwierigkeiten, manchmal sogar Schmerzen beim Wasserlassen sind die Folge. Der Samenerguss kann sich ebenfalls als problematisch oder schmerzhaft erweisen.

Starke Schmerzen in Kreuz-, Becken-, Hüft- oder Oberschenkelgegend können ebenfalls ein Hinweis sein.

Auch wenn hinter den genannten Symptomen meist ein harmloser Grund steckt, ist es sinnvoll die Hintergründe durch einen Arzt abklären zu lassen.

Dass bei Blut in Urin oder Samenflüssigkeit ebenso ein Arzt aufgesucht werden sollte, versteht sich von selbst.

Therapieentscheidende Tumoreigenschaften

Das prostataspezifische Antigen – kurz PSA – ermöglicht eine Abschätzung über die Größe des Tumors. PSA ist eine Eiweißstruktur, die in der Prostata gebildet wird. Je mehr Prostatagewebe vorhanden ist, desto mehr PSA ist im Blut zu finden.

Allerdings können auch andere Faktoren zu einer Erhöhung des PSA-Werts führen, beispielsweise ein vor kurzer Zeit erfolgter Samenerguss.

Der PSA-Wert eignet sich also eher zur Verlaufskontrolle, das heißt er kann Auskunft darüber geben, wie sich die Tumorgröße während der Therapie verändert.

Wichtig: Ein einmalig gemessener erhöhter PSA-Wert entspricht keiner gesicherten Diagnose, eine Abklärung ist aber sinnvoll!

Der sogenannte Gleason-Score zeigt an, wie sehr sich die Zellen des Tumorgewebes von den Zellen des normalen Prostatagewebes unterscheiden. Je niedriger der Wert auf der Skala von 2-10, desto ähnlicher sind die Tumorzellen den gesunden Zellen. Die Prognose bei einem niedrigen Gleason-Score ist günstiger als bei einem hohen Wert.

 



Quellenangaben:


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