Wichtig zu wissen!

Ob einer Ihrer Arzneistoffe zu diesen Antikörpern gehört, können Sie übrigens ganz leicht am Wirkstoffnamen erkennen. Dieser endet bei Monoklonalen Antikörpern immer auf "mab".


Chemotherapie – Antikörpertherapie – Immuntherapie

Während eine klassische Chemotherapie allgemein schnell wachsende Zellen mit hoher Teilungsrate angreift, richtet sich eine Therapie mit einem Antikörper gezielt gegen ein bestimmtes Merkmal der Tumorzellen. Daher zählt die Antikörpertherapie zu den sogenannten "zielgerichteten Therapien".

Häufige Ziele der Antikörper sind Teilchen, die das Wachstum der Zellen ankurbeln. Von diesen Wachstumssignalen, sogenannten Wachstumsfaktoren, produzieren manche Krebszellen zu viel, weshalb sie sich auch so schnell ausbreiten können. Eine Therapie mit Antikörpern, die Wachstumssignale blockieren, kann dieses Wachstum abmildern.

Einige Wachstumsfaktoren sind ebenfalls für die Ausbildung von Blutgefäßen verantwortlich, die den Tumor mit Nährstoffen versorgen. Antikörper, die sich gegen diese Proteine richten, sollen den Tumor quasi aushungern. Antikörper können auch an Substanzen, die in der klassischen Chemotherapie verwendet werden, gekoppelt werden. Auf diese Weise finden sie zielgerichtet ihren Weg zum Tumor.

Therapieinformation

Bei einer Behandlung mit Antikörpern werden diese immer über eine Infusion verabreicht.

Brustkrebs, Eierstockkrebs, Leukämie

Wann wird eine Antikörpertherapie verordnet?

Eine Antikörpertherapie ist nicht für jeden Patienten geeignet. Auch innerhalb derselben Krebsart kann es diesbezüglich zu unterschiedlichen Therapieentscheidungen kommen.

Bei Brustkrebs zum Beispiel ist der Einsatz von spezifischen Antikörpern abhängig vom "HER2-Status" des Tumors. HER2 ist eine Eiweißstruktur auf der Krebszelle, die das Wachstum der Zelle unterstützt. Viele Brustkrebszellen haben ein "zu viel" an dieser Eiweißstruktur. Man spricht in diesem Fall von einem "HER2-positiven" Brustkrebs. Betroffene Patientinnen können also von einer Therapie mit dem entsprechenden Antikörper profitieren. Brustkrebspatientinnen, deren Krebszellen keine übermäßigen HER2-Strukturen aufweisen, profitieren nicht im gleichen Maße. Der Einsatz der HER2-Antikörpertherapie ist also abhängig von einem bestimmten Merkmal der Tumorzellen.

Auch das Stadium der Erkrankung kann einen Einfluss auf die Therapieentscheidung haben. So ist beispielsweise bei Eierstockkrebs eine Behandlung mit einem Antikörper laut Leitlinie erst angezeigt, wenn es sich um die Therapie eines Rezidivs handelt und bestimmte Kriterien erfüllt sind.

Für manche Krebserkrankungen wie die Leukämie wird aktuell keine Antikörpertherapie empfohlen.

Ihr Arzt berücksichtigt all diese Aspekte bei seinem Therapievorschlag.


Nebenwirkungen einer Antikörpertherapie

Leider ist auch eine Antikörpertherapie oft nicht völlig frei von Nebenwirkungen. Die Zielstrukturen, an die die Antikörper binden, liegen nicht ausschließlich auf den Krebszellen vor. Auch gesunde Zellen weisen diese Merkmale in einem geringeren Ausmaß auf. Die Antikörper greifen also auch in ihre Funktion ein.

Da die verschiedenen Antikörper unterschiedliche Zielstrukturen haben, unterscheiden sich ihre Nebenwirkungen. Auch die Gesamtmedikation hat einen Einfluss.

Mehr Infos zu Nebenwirkungen

Wenn Sie Fragen zu den Nebenwirkungen ihrer spezifischen Therapie haben oder weitere Informationen benötigen, wenden Sie sich gerne per Chat, Telefon oder E-Mail bei uns.
Tipps zum Umgang Nebenwirkungen finden Sie unter der Rubrik Ratgeber".

Kosten und Kostenübernahme

Durch den aufwendigen Herstellungsprozess sind Antikörper sehr teuer. Ein einziger Infusionsbeutel kann eine vierstellige Summe kosten.

Die Therapiekosten werden von den Krankenkassen übernommen, insbesondere wenn die Therapie schon etabliert ist. Aber auch bei neu entwickelten Antikörpern, bei denen die Preisbildung zwischen Hersteller und Krankenkasse noch nicht abgeschlossen ist, gibt es für Kliniken die Möglichkeit, die Kosten erstatten zu lassen.

Bei Fragen und Unsicherheiten bezüglich der Kostenübernahme wenden Sie sich bitte an Ihren Onkologen oder Ihre Krankenkasse.

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