Ursache der veränderten Blutwerte

Die Chemotherapie zerstört neben den Krebszellen auch andere, sich schnell teilende Zellen im Körper. Dazu gehören beispielsweise teilungsfähige Stammzellen des Knochenmarks. Aus diesen entwickeln sich Blutzellen, auch Blutkörperchen genannt. Als Folge dieses Mangels ist das Immunsystem geschwächt und das Blutungsrisiko erhöht. Außerdem kann es zu einer Anämie, d.h. Blutarmut kommen. Aber schauen wir uns zunächst an, wie das Blut aufgebaut ist.

Die Zusammensetzung des Blutes

Blut setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen:
Zum einem dem Blutplasma, einer Flüssigkeit aus Wasser und verschiedenen Eiweißen, zum anderen aus drei verschiedenen Arten von Blutkörperchen, um die es im Folgenden gehen wird.

Erythrozyten – Die roten Blutkörperchen

Sie machen 99 % aller Blutzellen aus. Ihre wichtigste Aufgabe ist es, den Sauerstoff von der Lunge hin zu jeder einzelnen Zelle des Körpers zu transportieren.


Leukozyten – Die weißen Blutkörperchen

Sie machen nur etwa 1 % der Blutkörperchen aus und sind ein wesentlicher Bestandteil des Immunsystems. Sie machen krankheitserregende Bakterien, Viren und Pilze unschädlich. Die weißen Blutkörperchen lassen sich in fünf Gruppen unterteilen, wobei die Granulozyten, die sogenannten Fresszellen, am häufigsten vertreten sind. Granulozyten umschließen die Eindringlinge und verdauen sie.


Thrombozyten – Blutplättchen

Aufgabe dieser kleinsten Zellen des Blutes ist die Blutgerinnung. Sie sorgen dafür, dass Blutungen zum Stillstand kommen, indem sie sich bei der Verletzung eines Blutgefäßes an das umliegende Gewebe anheften. Zusätzlich setzen sie dabei gerinnungsfördernde Stoffe frei.


Die Bildung aller dieser Blutzellen kann durch eine Chemotherapie vermindert werden. Die Ausmaße dieser Schädigung sind stark von dem jeweiligen Patienten und der Behandlungsmethode abhängig und lassen sich weder genau voraussagen noch verhindern. Wichtig ist, dass Ihr behandelnder Arzt und Sie selbst Ihre Blutwerte immer im Blick haben. Deshalb werden während und nach einer Chemotherapie die Blutwerte auch regelmäßig anhand eines Blutbilds überwacht.

Übersicht Blutwerte

 
Normwert
 

Bedenk­liche Blut­werte
 

Mög­liche Folge
 

Erythro­zyten (rote Blut­kör­per­chen)
 

Frauen: 12 – 15 g/dl
Männer: 13 – 16 g/dl
 

unter 10 mg/dl
 

Anämie
 

Leukozyten (weiße Blut­körperchen)
 

4.000 – 11.000/μl
 

unter 3000/μl
 

Leuko­zytopenie
 

Thrombo­zyten (Blut­plättchen)
 

150.000 – 400.000/μl
 

unter 50.000/μl
 

Thrombo­zytopenie
 

Sollte bei Ihnen ein Mangel in einem oder mehreren Bereichen festgestellt werden, gibt es eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Auf jeden Fall ist es wichtig, dass Sie sich genügend Ruhe gönnen, damit das Blut sich wieder erholen kann. Achten Sie auf gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und Schlaf und nehmen Sie Hilfe von außen an.

In den unten genannten Artikeln schauen wir uns die einzelnen Folgen gesondert an und klären, was Sie selbst tun können, was Ihr Arzt tun kann und auf welche Symptome Sie achten müssen.


Mögliche Folgen von Veränderungen im Blutbild

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