Osteoporose durch eine Krebstherapie

Knochen – kein starres Konstrukt

Wer schon einmal einen Knochenbruch hatte, weiß wie sehr wir auf das funktionierende Zusammenspiel jedes einzelnen Knochens angewiesen sind.

Die Knochenzellen (Osteoblasten und Osteoklasten genannt) befinden sich ständig in einem Wechsel von Auf- und Abbau. Welcher dieser Prozesse überwiegt, ist zunächst einmal altersabhängig.

In jungen Jahren (bis zum ca. 25. Lebensjahr) überwiegt der Knochenaufbau. Danach kehrt sich das Verhältnis langsam um.

Bei den Prozessen spielen Mineralien wie Calcium, Phosphat, Magnesium, Zink und Kupfer sowie die Vitamine D, K, C, B6, B12 und Folsäure eine zentrale Rolle. Ebenso tragen Aminosäuren und Hormone zu einer guten Knochenstruktur bei.

Wie entsteht Osteoporose während einer Krebstherapie?

Es gibt verschiedene Faktoren, die bei einer Krebserkrankung die Knochen schädigen können. Dazu zählen:

  • Tumore, die den Knochen betreffen und Knochenmetastasen
  • Eingeschränkte Beweglichkeit  oder auch Bettlägerigkeit (das Fehlen an Bewegung führt zu einer rasanten Abnahme der Knochensubstanz)
  • Mangelernährung (eventuell auch ausgelöst durch Übelkeit und Erbrechen)
  • Bestrahlung – diese bewirkt im Bestrahlungsfeld eine direkte Schädigung des Knochen
  • Wirkstoffe der Tumortherapie, Zytostatika. Diese können als Nebenwirkung einen Gewebeschwund am Skelett verursachen. Das Fachwort hierfür ist Rarefizierung. Die Wahrscheinlichkeit einer Schädigung am Knochen ist Wirkstoff- und Intervallabhängig, also in welchen Abständen Sie die betreffenden Medikamente verabreicht bekommen
  • Die Behandlung mit Cortison über längere Zeit in hoher Dosierung kann ebenso zu einem Knochenabbau führen
  • Eine Behandlung mit Medikamenten, die in den Hormonhaushalt eingreifen (beispielsweise bei hormonabhängigen Brust- oder Prostatakrebs)

Generell gilt: Eine geringe Knochendichte (ermittelt durch eine Knochendichtemessung) erhöht das Risiko für Knochenbrüche. Daher ist es umso wichtiger, wenn möglich vorbeugend zu handeln.

Was kann ich selbst für starke Knochen tun?

Es gibt einiges was den Knochen und seinen normalen Stoffwechsel unterstützt:

  • Ernähren Sie sich ausreichend. Lesen Sie hierzu auch die Artikel
    Ernährung während einer Chemotherapie
    oder „Ernährung bei Schluckbeschwerden“.
     
  • Ernähren Sie sich gesund.
    Hierbei ist vor allem auf eine adäquate Aufnahme von
    Calcium (enthalten in Milch, grünen Gemüsesorten wie Brokkoli, Rosen- und Grünkohl, Lauch, Fenchel und Sellerie),
    Vitamin D (enthalten in Fischsorten, wie Makrele, Matjes, Lachs, Hering, Sardellen oder Heilbutt) und
    Vitamin K (enthalten in Kohl- und grünem Blattgemüse) zu achten.
  • Vitamin D wird außerdem bei Sonneneinstrahlung in den Hautschichten gebildet. Ein kurzer, ca. 30 minütiger Aufenthalt im Freien wirkt sich positiv auf die Knochen aus. Falls Sonnenlicht und eine angepasste Ernährung nicht ausreicht, können Calcium und Vitamin D auch in Form von Kautabletten oder Kapseln eingenommen werden. Lassen Sie bitte vor der Einnahme Ihren Blutspiegel kontrollieren. Zu geeigneten Präparaten beraten wir Sie gerne!
  • Phosphat (mit erhöhtem Anteil zu finden in Fertiggerichten, Fast Food, Chips, Cola, Limonaden, Schmelzkäse, Fleischextrakten und Hefe), Kochsalz oder auch Oxalsäure (enthalten in Spinat, Rote Beete, Mangold und Rhabarber) sind sogenannte „Calciumräuber“ und daher nur in kleinen Mengen zu verzehren.
  • Ebenso empfehlen wir Ihnen nicht zu Rauchen und auf Alkohol, wenn möglich, zu verzichten.


Bewegung hilft neben der Sonneneinstrahlung Ihren Knochen! Versuchen Sie so mobil wie möglich zu bleiben und damit einem Verlust an Knochenmasse entgegenzuwirken. Nutzen Sie eine Physiotherapie, wenn nötig.

Lesen Sie hierzu auch den Artikel:
Warum ist Bewegung für mich richtig und wichtig

Was gibt es noch für Therapie-Möglichkeiten, wenn das nicht ausreicht?

Bei Krebspatienten reichen oftmals die oben genannten Empfehlungen nicht aus, um die Knochensubstanz über den Zeitraum der Erkrankung und Therapie stabil zu halten.

Hier verabreichen die behandelnden Ärzte Medikamente, die den Knochenaufbau fördern (wie beispielsweise Parathormon oder Strontium-Ranelat) oder den Knochenabbau hemmen (wie beispielsweise die Bisphosphonate, Denusomab oder Östrogen). Über diese Therapiemöglichkeiten informiert Sie bei Bedarf Ihr behandelnder Onkologe.
 

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