Leukozytopenie – Erhöhtes Infektionsrisiko


Was ist die Ursache einer Leukozytopenie?

Eine Leukozytopenie ist vereinfacht gesagt eine sehr niedrige Zahl von weißen Blutkörperchen. Bei der Chemotherapie werden neben den Krebszellen auch teilungsfähige Stammzellen des Knochenmarks zerstört, eine unerwünschte Nebenwirkung der Therapie. Dadurch wird die Produktion an weißen Blutkörperchen, den Leukozyten, behindert. Diese sind in unserem Körper besonders für die Abwehr von Infektionen zuständig. Sie können eingedrungene Bakterien, Pilze oder Viren erkennen und diese unschädlich machen. Bei einer Leukozytopenie besteht daher ein erhöhtes Infektionsrisiko für den Krebspatienten, denn das Abwehrsystem ist geschwächt. Nach der Chemotherapie können die Leukozyten vom Normalwert zwischen 4.000 und 11.000/μl auf Werte bis zu 100/μl abfallen. Diese Reaktionen sind bekannt, daher wird der Leukozytenwert während der Chemotherapie regelmäßig überprüft.

Was kann ich selber tun, um eine Leukozytopenie zu verhindern?

Der Abfall der weißen Blutkörperchen lässt sich im Rahmen einer Chemotherapie leider nicht beeinflussen. Ob und wie stark sie auftritt, ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich und hängt auch von der durchgeführten Behandlung ab.

Wie sind die Symptome?

Betroffene spüren normalerweise zunächst nichts. Es können aber allgemeine Symptome wie Müdigkeit, Leistungsminderung und Appetitlosigkeit auftreten. Entscheidend ist die geschwächte Abwehr. Krankheitserreger können leichter in den Körper eindringen und sich ausbreiten: Es kann zu Infektionen kommen. Daher ist es in dieser Phase sehr wichtig, dass Sie die Zeichen und Symptome einer Infektion kennen und früh erkennen.

Was sind sinnvolle Vorsichtsmaßnahmen?

Um Infektionen zu verhindern, gibt es eine Reihe von wirksamen Vorsichtsmaßnahmen:

  • Waschen Sie regelmäßig Ihre Hände (mindestens 20 Sekunden), besonders vor dem Essen und nach dem Stuhlgang. Falls das Händewaschen nicht möglich ist (beispielsweise unterwegs), kann ein Handdesinfektionsmittel verwendet werden (beispielsweise Sterillium®, desmanol®, Softa-Man®).
  • Vermeiden Sie scharfe Rasierer, benutzen Sie lieber Elektrorasierer und Enthaarungscreme.
  • Halten Sie Finger- und Fußnägel kurz und sauber.
  • Frauen sollten statt Tampons lieber Binden während der Menstruation verwenden.
  • Vermeiden Sie große Menschenansammlungen.
  • Vermeiden Sie den öffentlichen Nahverkehr zu Stoßzeiten.
  • Tragen Sie einen Mundschutz (beispielsweise von den Firmen Param, Med-Comfort oder Coldex).
  • Waschen Sie Ihr Geschirr und Ihre Wäsche regelmäßig bei höheren Temperaturen (mindestens 60°C).
  • Verzichten Sie vorübergehend auf keimbelastete Nahrungsmittel wie rohe Eier (beispielsweise Tiramisu), Produkte aus rohem Fleisch (beispielsweise Mett) oder auch roher Milch (hier ist besondere Vorsicht bei Edelschimmelkäse geboten).
  • Schützen Sie sich vor Verletzungen (vermeiden Sie riskanten Sportarten, tragen Sie Handschuhe beim Abwaschen etc.).

Wann muss ich meinen Arzt benachrichtigen?

Auch wenn Sie alle Vorsichtsmaßnahmen beachten, gibt es keinen hundertprozentigen Schutz vor Infektionen. Kontaktieren Sie Ihren Arzt unverzüglich, wenn Sie eines der folgenden Infektionssymptome bei sich beobachten:

  • die Körpertemperatur steigt über 38° Grad
  • Husten, Schleimproduktion, Sie sind kurzatmig oder haben Schmerzen beim Atmen
  • wunde oder offene Stellen, weiße Bläschen oder geschwollene Stellen im Mund
  • Schmerzen und/oder Brennen beim Wasserlassen
  • Eiter oder Ausfluss bei einer Verletzung
  • geschwollene, gerötete oder schmerzende Hautstellen
  • Veränderung des Stuhls
  • Rötung, Schmerzen oder Schwellung am Venenzugang (z. B. Hickman-Katheter etc.)
  • allgemeines Krankheitsgefühl (auch ohne Fieber)

Welche Behandlungsmöglichkeiten/ Medikamente gibt es?

Bei einer Infektion in Folge einer Leukozytopenie wird der Arzt Ihnen eine passende antibiotische Therapie verschreiben. Es kann notwendig werden, die Chemotherapie niedriger zu dosieren oder die Zyklen zu verlängern, wenn eine Leukozytopenie auftritt, was den Erfolg der Behandlung negativ beeinflussen kann. In bestimmten Fällen kann daher eine Behandlung mit Granulozyten-Wachstumsfaktoren, kurz G-CSF, sinnvoll sein. Dabei wird ein Mittel unter die Haut gespritzt, dass die Bildung der weißen Blutzellen im Knochenmark anregt. Ob diese Behandlung für Ihren speziellen Fall passt und möglich ist, entscheidet der Arzt im Einzelfall.


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