Sonnenschutz während der Krebstherapie


Niemand kennt Ihre Haut so gut wie Sie selbst. Doch durch Ihre Erkrankung und die damit verbundene Behandlung verändern sich ihre Bedürfnisse.

Infolge einer Chemo- oder Strahlentherapie erhöht sich die Empfindlichkeit der Haut gegenüber UV-Strahlung. Grund hierfür ist, dass Chemotherapeutika und Bestrahlung die sich schnell teilenden Zellen der Haut schädigen und diese dadurch ungewohnt trocken und extrem lichtempfindlich (photosensibel) werden kann. Dieser Effekt kann bis zu 6 Monaten nach Abschluss der Behandlung anhalten.

Zudem wird die Hautschutzbarriere geschädigt und kann sich nicht mehr so gut vor Keimen und Erregern schützen.

Welche Arzneistoffe haben diesen photosensibilisierenden Effekt?

Es gibt mehrere Medikamente die die Haut lichtempfindlich machen. Dazu gehören nicht nur Zytostatika (beispielsweise 5-Fluorouracil (5-FU), Vinblastin, Dacarbazin oder Methotrexat) oder Immuntherapeutika (beispielsweise Cetuximab, Alectinib, Vemurafenib), sondern auch zahlreiche Wirkstoffe aus der Gruppe der Antibiotika (beispielsweise Ciprofloxacin, Doxycyclin, Tetracyclin, Minocyclin) oder Antidepressiva (beispielsweise Trimipramin, Clomipramin und auch das verschreibungsfreie Johanniskraut).

Die genannten Arzneistoffe sind lediglich ein kleiner Auszug der Medikamente mit diesem Effekt. Gerne überprüfen wir Ihre Gesamtmedikation und ermitteln Ihr individuelles Risiko und die damit benötigten Schutzmaßnahmen.

Kontaktieren Sie uns gerne per E-Mail, Chat oder rufen Sie uns an.

So schützen Sie Ihre Haut:

Ein Sonnenbrand kann in dieser Phase wesentlich schneller entstehen, als Sie das normalerweise gewohnt sind.

  • Pflegen Sie Ihre Haut – je nach Trockenheit – mehrmals täglich mit hydratisierenden Cremes, die weder Parfüm, noch unnötige Zusatzstoffe enthalten (Linola® RadioDerm, Eucerin® UreaRepairPlus, Eubos® Urea, Avène Creme für überempfindliche Haut, Physiogel Daily Moisture Therapy)
  • Verwenden Sie außer Haus auf allen unbedeckten Hautstellen Sonnenschutzmittel für UVA und UV-B Strahlen mit mindestens Lichtschutzfaktor 20. Die Höhe des Lichtschutzfaktors richtet sich nach Ihrem Hauttyp, der Sonneneinstrahlung und Therapieart (La Roche Posay Anthelios XL, Avène Sonnencreme, Avène Sunsimed, Daylong Cremes und Lotions)
  • Meiden Sie die Sonne in der Mittagszeit von 11 bis 15 Uhr.
  • Dicht gewebte, lange und weitgeschnittene Kleidung kann ebenfalls vor zu starker Sonneneinstrahlung schützen. Ist die Kleidung nass, abgenutzt oder stark gedehnt, geht einiges an Schutzwirkung verloren.
  • Schützen Sie Ihre Kopfhaut mit einer Kopfbedenkung. Oft werden sogenannte Bandana, im Nacken zusammengebundene Tücher, verwendet.
  • Denken Sie an Ihre Augen!
    Auch diese können empfindlicher auf Sonnenlicht reagieren. Hier kann eine Sonnenbrille Abhilfe leisten. Achten Sie darauf, dass die Brille die Kennzeichnung „100% UVSchutz“ oder „UV 400“ besitzt, sowie auch vor seitlichem Lichteinfall Schutz bietet.

Da UV-Strahlen durch Fensterglas nicht ausreichend abgefangen werden, empfehlen wir Ihnen bei langen Autofahrten oder einem längeren Aufenthalt vor größeren Fensterfronten ebenfalls die Anwendung von Sonnenschutzmittel.


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