Arzneimittel und Hilfsmittel - was steht mir zu?


Unterstützende Arzneimittel auf Rezept:

Jede Therapie wird individuell auf Sie angepasst, d. h. es werden unterschiedliche Wirkstoffe in unterschiedlichen Dosierungen verwendet.

Während einer Krebstherapie kann es zu Nebenwirkungen kommen. Ebenso können therapiebegleitende Arzneimittel weitere Nebenwirkungen hervorrufen (z.B. eine Verlangsamung der Verdauung bei der Einnahme von starken Schmerzmitteln).

Mit einer guten Beratung seitens Ihres behandelnden Arztes oder eines fachkundigen Apothekers lassen sich diese Nebenwirkungen gezielt behandeln.

Zudem besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit zur Kostenerstattung durch die Krankenkasse (die Zuzahlungspflicht bleibt bestehen).

Nebenwirkung: Mundtrockenheit/ Speichelersatz
  • Verordnungsfähige Arzneimittel (Beispiele): 
    Glandosane®, Saliva Natura
  • Voraussetzung für die Übernahme durch die Krankenkasse:  
    Bei onkologischen oder Autoimmun-Erkrankungen (Zugelassene Ausnahmen zum gesetzlichen Verordnungsausschluss nach § 34 Abs. 1 Satz 2 SGB V (OTC-Übersicht)).
Nebenwirkung: Mangelernährung
  • Verordnungsfähige Arzneimittel (Beispiele): 
    Fortimel, Fresubin®, Resource®
  • Voraussetzung für die Übernahme durch die Krankenkasse:  
    Erstattungsfähig gemäß §§ 18-26 Arzneimittelrichtlinien.
Nebenwirkung: Verstopfung
  • Verordnungsfähige Arzneimittel (Beispiele): 
    Movicol®, Klistier Fresenius®, Macrogol ABZ, Parko-Lax®
  • Voraussetzung für die Übernahme durch die Krankenkasse: 
    Zur Behandlung von Erkrankungen im Zusammenhang mit Tumorleiden, Megacolon, Divertikulose, Divertikulitis, Mukoviszidose, neurogener Darmlähmung, vor diagnostischen Eingriffen,  phosphatbindende Medikation bei chronischer Niereninsuffizienz, Opiat- sowie Opioidtherapie und in der Terminalphase (Zugelassene Ausnahmen zum gesetzlichen Verordnungsausschluss nach § 34 Abs. 1 Satz 2 SGB V (OTC-Übersicht)).

Erstattung von Pflegehilfsmitteln

Seit Januar 2017 haben auch Versicherte ab Pflegegrad 1 schon Anspruch auf Pflegehilfsmittel.

Pflegehilfsmittel sind grundsätzlich Geräte und Sachmittel, die zur häuslichen Pflege notwendig sind.

Sie erleichtern oder tragen dazu bei, die Beschwerden des Pflegebedürftigen zu lindern oder ihm eine selbstständigere Lebensführung zu ermöglichen.

Den Antrag zur Übernahme der Pflegehilfsmittelkosten können Sie ohne Ärztliche Verordnung bei der Pflegekasse einreichen.

Konkret sind das zum Beispiel: Bettschutzeinlagen, Schutzbekleidung, Desinfektionsmittel, Lagerungsrollen, Urinflaschen, Pflegebetten, Sitzhilfen, Hausnotrufe usw.

Unterschieden wird hierbei zwischen  Pflegehilfsmittel zum Verbrauch (z.B. Bettschutzeinlagen) und technische Pflegehilfsmittel (z.B. Pflegebetten). Pflegehilfsmittel zum Verbrauch werden von den Pflegekassen pauschal bis zu 40€ pro Monat, technische Pflegehilfsmittel in voller Höhe erstattet (hier sind jedoch Zuzahlungen zu leisten).

Eine vollständige Auflistung der Pflegehilfsmittel finden sie hier:
https://www.pflegestaerkungsgesetz.de/finanzielle-leistungen/pflegehilfsmittel/


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