Welche Impfstoffe sind zugelassen und wie funktionieren sie?

Bislang werden 2 Arten von Impfstoffen verwendet: Lebendimpfstoffe und Totimpfstoffe. Beide aktivieren über spezifische Oberflächenstrukturen des jeweiligen Virus das Immunsystem. So erkennen die Immunzellen das echte Virus bei einer Infektion und können es schnell bekämpfen.

Zum Schutz vor COVID-19 wurden Impfstoffe entwickelt, deren Prinzip sich schon jahrzehntelang in der Forschung etabliert haben. Dank diesen Innovationen gelang es in kürzester Zeit potente Mittel gegen das Coronavirus zu entwickeln.

Bislang sind vier verschiedene Impfstoffe in der EU zugelassen: Diese stammen von den Firmen BioNTech/ Pfizer, Moderna, AstraZeneca/ Oxford und Johnson&Johnson.

Der mRNA-Impfstoff – Ein neues Wirkprinzip

Die aktuellen Impfstoffe (mRNA-Impfstoff) von BioNTech/ Pfizer und Moderna verfolgen ein völlig neues Wirkprinzip. Statt der Oberflächenstrukturen des Coronavirus liefert es nur den „Bauplan“ für diese Strukturen. Dieser Bauplan wird auch messenger RNA (kurz mRNA) genannt. Durch eine Lipidhülle wird die mRNA in die Zelle geschleust.

Unser Körper kann nun die ungefährlichen Viruspartikel selbst herstellen, die dann vom Immunsystem erkannt werden. Wichtig zu wissen: Der Bauplan stellt nur spezifische Proteine her, nicht das gesamte Virus. Es wird keinerlei fremdes Erbgut in das körpereigene eingebaut, stattdessen wird die mRNA nach Übermittlung der Informationen in der Zelle abgebaut.

Vektorenimpfstoffe dagegen wurden schon gegen Ebola verwendet. Ein Vektorvirus bezeichnet ein harmloses Virus, das im Menschen nur sehr begrenzt vermehrungsfähig ist. Diese Viren sind sehr gut untersucht. Bei dem Wirkprinzip, worauf AstraZeneca und Johnson&Johnson beruhen, ist die genetische Information des SARS-CoV-2-Virus also in einem anderen, harmloseren Virus hinterlegt. Tatsächlich enthalten diese Impfstoffe DNA, aus der dann mRNA hergestellt wird. Dies geschieht im menschlichen Zellkern. Allerdings wird auch hier, nach jetzigen Stand der Wissenschaft, das eigene Erbgut nicht verändert. Aus der mRNA können wieder spezifische Proteine hergestellt werden, die das Immunsystem aktivieren und so vor einer echten Infektion schützen.

Im Vergleich zeigen die mRNA-Wirkstoffe eine etwas höhere Wirksamkeit, wobei auch die Vektorenimpfstoffe einen sehr guten ausreichenden Schutz bieten. Zudem sind sie unkomplizierter mit Blick auf die Lagerung und die Haltbarkeit, wohingegen mRNA-Wirkstoffhersteller durch den Herstellprozess besser auf Mutationsveränderung infolge von Auffrischungsentwicklungen reagieren können.

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Wie sicher sind die Impfstoffe?

Umfassende Prüfung im Vorfeld

Bevor ein Impfstoff die Zulassung erhält, muss er eine ganze Reihe von Entwicklungsschritten und Prüfungen durchlaufen. In sogenannten vorklinischen Untersuchungen werden in Experimenten mit Zellkulturen und Tieren Wirkungsweise und Toxizität des Impfstoffkandidaten getestet. 


Tests mit vielen Studien-Teilnehmern

Erst im Anschluss wird der Impfstoff in drei aufeinanderfolgenden klinischen Studien an freiwilligen Probanden getestet. Dabei werden Dosis, aber auch das Nutzen-Risiko-Verhältnis bestimmt.

Auch nach der Zulassung wird der Wirkstoff weiterhin beobachtet und diverse Studien erstellt. Dies ist vor allem wichtig, da sich neuartige Mutationen gegen den Impfstoff bewähren müssen.

Bisher bekannte Nebenwirkungen sind Reaktionen an der Einstichstelle sowie vorübergehende Erkältungssymptome wie Kopfschmerzen, Müdigkeit und Fieber. Zur Behandlung der Nebenwirkungen kann auf fiebersenkende und schmerzstillende Mittel zurückgegriffen werden.

Die derzeit hochdiskutierten seltenen Hirnvenenthrombosevorfälle werden von der Arzneimittelbehörde ernst genommen und verfolgt. Für voreilige Impfablehnung ist jedoch abzuraten. Bei Unsicherheiten wenden Sie sich für eine individuelle Nutzen/Risiko-Abschätzung an Ihren behandelnden Arzt. 


Nutzen und Risiken für Krebspatienten

Nur wenn aus den Studien hervorgeht, dass der Nutzen das potenzielle Risiko deutlich überwiegt, wird der Impfstoff zugelassen. Insbesondere bei Impfstoffen wird bei der Forschung besonders auf ein geringes Risiko für den Anwender geachtet, da Impfstoffe in der Regel bei gesunden Menschen zum Einsatz kommen.

Auch wenn in den Studien zum Corona-Impfstoff aus ethischen Gründen keine Krebspatienten eingeschlossen sind, zeigt die Erfahrung, dass man die gewonnenen Erkenntnisse durchaus auch auf Risikogruppen / Patienten mit Krebs übertragen kann. Als Vergleich wird auch immer wieder die langjährige positive Erfahrung mit der Grippeschutzimpfung herangezogen.

Die zuständigen onkologischen Fachgesellschaften sprechen ebenfalls eine klare Empfehlung aus: Alle Krebspatienten sollen sich mit Hinblick auf das Risiko einer Covid-19-Erkrankung impfen lassen. Das gilt auch für Patienten, die aktuell eine Immuntherapie erhalten oder deren Immunsystem durch die Therapie geschwächt wurde.

Eine Ausnahme bilden Patienten kurz vor oder nach einer Stammzelltransplantation. Hier geht man davon aus, dass die Reaktion des Immunsystems auf die Impfung zu schwach ausfällt und daher im Anschluss kein Impfschutz besteht. Daher wird ein zeitlicher Abstand von mindestens 3 Monaten empfohlen.

Ob und zu welchem Zeitpunkt die Impfung durchgeführt werden kann, entscheidet im Einzelfall der zuständige Arzt.


Noch keine Langzeitfolgen bekannt

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass durch die vergleichsweise kurze Laufzeit der Studie noch keine möglichen Langzeitfolgen einer Impfung bekannt sind. Auch werden die Daten aus den laufenden Studien im Zulassungsverfahren nachgeliefert. Das ist aber kein Einzelfall. Üblicherweise werden Medikamente, die in einer laufenden Studie sehr positive Ergebnisse zeigen, bei der Zulassung vorgezogen. Der Grund: Es ist unethisch, Nicht-Studienteilnehmern den medizinischen Fortschritt des Prüfmedikaments vorzuenthalten.


Werde ich als Krebspatient früher geimpft?

Auch nach der Zulassung des Impfstoffs können aus Kapazitätsgründen nicht über Nacht alle Menschen geimpft werden. Es müssen ausreichend Impfstoffdosen hergestellt, verteilt und verabreicht werden.

Daher hat das Bundesgesundheitsministerium in der Corona-Impfverordnung eine genaue Priorisierung festgelegt. Krebserkrankte sind der Kategorie "Schutzimpfungen mit erhöhter Priorität" zugeordnet und stehen so an dritter Stelle im Impfplan. Falls Ihre behandlungsbedürftige Krebserkrankung nicht in Remission ist oder weniger als fünf Jahre beträgt, rücken Sie sogar in die Kategorie „Schutzimpfungen mit hoher Priorität“ und werden als zweite Gruppe geimpft.

Die Terminvergabe wird von den Bundesländern organisiert und kann sich daher im Bundesgebiet unterscheiden. Für Bayern sind die Bedingungen der Terminvergabe auf der Seite des zuständiges Staatsministeriums nachzulesen.

Ab April werden auch Hausärzte, später auch Fachärzte in die Impfkampagne einbezogen. Fragen Sie gern Ihre betreuendes Ärzteteam, ob sie eine Impfung anbieten.

Eine Impfpflicht, wie von manchen befürchtet, steht allerdings nicht zur Diskussion, auch nicht für Risikopatienten bzw. Krebspatienten. Die Impfung erfolgt auf freiwilliger Basis.

Wie geht es nach der Impfung weiter?

Als Krebspatient werden Sie die gewünschte Impfung also wahrscheinlich früher als viele andere Personen erhalten. Können Sie nach der Impfung dann schon leben wie vor der Pandemie? Die Antwort heißt leider nein. Erst wenn durch eine ausreichend hohe Impfquote die sogenannte Herdenimmunität hergestellt wurde, kann der Alltag sich wieder normalisieren. Zudem muss sich der Impfstoff gegen immer neuentstehende Mutationen beweisen. Derzeit wird an Auffrischimpfungen nach den üblichen zwei Dosen geforscht.

Die Impfung allein stellt ohne Herdenimmunität keinen 100%igen Schutz dar. Halten Sie sich daher auch nach einer Impfung an die Hygienemaßnahmen, sorgen Sie für ein gestärktes Immunsystem, schützen Sie sich vor Viren und beschränken Sie Ihre Kontakte, soweit möglich.

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