Viele Krebspatienten zögern oftmals, sich gegen Covid impfen zu lassen. Sie befürchten, dass die Impfung bei Ihnen während der Krebstherapie womöglich nicht wirkt oder haben Angst vor Nebenwirkungen und Interaktionen mit den Krebsmedikamenten.

In unserem Artikel „Impfung gegen Corona – was bedeutet das für Krebspatienten?“ sind wir schon ausführlich auf das Thema der Grundimmunisierung eingegangen, um Ihre Entscheidung zu erleichtern. Doch wie sieht es mit der Booster-Impfung für Krebserkrankte aus?

Was ist eine Boosterimpfung?

Die sogenannte Boosterimpfung (auch Verstärkerimpfung oder Auffrischimpfung) ist für Menschen vorgesehen, die schon vollständig gegen das Coronavirus geimpft wurden, also bereits die Erst- und Zweitimpfung zur Grundimmunisierung erhalten haben. Um den Schutz zu erhalten oder ihn gegebenenfalls zu erhöhen, wird eine weitere Dosis eines zugelassenen mRNA-Impfstoffs verabreicht.

Mit welchen Impfstoffen wird wann geboostert?

Unabhängig davon, welcher Impfstoff für die Grundimmunisierung verwendet wurde, empfiehlt sich die Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff (von Moderna oder BioNTech/Pfizer).

Personen, die den Impfstoff von Johnson & Johnson erhalten haben, legt die STIKO nahe, den Impfschutz schon 4 Wochen nach der Einmalimpfung mit einem mRNA Impfstoff aufzubessern. Studien haben gezeigt, dass sich mRNA-Impfstoffe wirksamer gegen die Delta-Variante erweisen als Ihre Mitstreiter.

Personen, die mit dem Vektorimpfstoff von AstraZeneca geimpft wurden oder ihre Grundimmunisierung durch einen mRNA- Impfstoff bekommen haben, sollten sich etwa 6 Monate nach der Grundimmunisierung erneut impfen lassen.

Warum brauchen wir eine Drittimpfung?

Der Impfschutz gegen Covid-19 lässt mit der Zeit nach. Wie lange der Schutz der Impfung anhält, hängt neben der Art der erhaltenen Impfung auch vom Alter des Patienten und der individuellen Immunreaktion des Körpers ab.

Brauchen Krebspatienten eine Boosterimpfung?

Die STIKO konnte in mehreren Studien belegen, dass die Covid-19 Impfung bei Menschen mit einem gestörten oder geschwächten Immunsystem (beispielsweise durch eine Krebserkrankung oder laufende Krebstherapie) schlechter wirkt und eine schwächere Immunantwort des Körpers auslöst. Somit besteht bei dieser Bevölkerungsgruppe ein erhöhtes Risiko für einen schweren Covidverlauf. Umso wichtiger ist daher die Boosterimpfung.

Das National Comprehensive Cancer Network (NCCN) – eine gemeinnützige Allianz führender Krebszentren in den Vereinigten Staaten – aktualisierte schon Ende August 2021 die Empfehlungen zur Impfung gegen COVID-19 für Krebserkrankte. Demnach sollen sich Patienten, die sich in einer aktiven Krebstherapie befinden, einer Auffrischimpfung unterziehen. Auch die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) empfiehlt Krebspatienten die Auffrischimpfung in einem Abstand von mindestens 6 Monaten zur Zweitimpfung. Sie weist aber zudem darauf hin, dass die Boosterimpfung im Einzelfall früher notwendig sein kann.

Wer sollte sich boostern lassen?

Vorrangig sollen laut Empfehlung der Experten vor allem Patienten geimpft werden, auf die zum Beispiel das Folgende zutrifft:

  • Patienten mit neu aufgetretenem oder rezidiviertem malignen Organtumor, die innerhalb von einem Jahr nach ihrer ersten Impfung gegen COVID-19 eine Krebstherapie erhalten haben
  • Patienten mit einer aktiven Krebserkrankung des blutbildenden Systems (Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphom, chronische lymphatische Leukämie, multiples Myelom, myelodysplastisches Syndrom oder chronische myeloproliferative Neoplasmen) – unabhängig davon, ob sie sich gerade in Therapie befinden oder nicht
  • Empfänger einer Stammzelltransplantation oder einer zellulären Therapie (CART-Zellen) – insbesondere Patienten, die eine immunsuppressive Therapie erhalten
  • Krebspatienten, die gleichzeitig an anderen immunsuppressiven Erkrankungen leiden, beispielsweise einer HIV-Infektion oder einer Autoimmunerkrankung
  • Krebspatienten, die unabhängig von der Karzinomerkrankung eine systemische hochdosierte Kortikosteroid-Therapie oder andere immunsuppressive Medikamente erhalten

Ist ein Antikörpertest vor der Auffrischimpfung notwendig?

Vor der Boosterimpfung ist es nicht erforderlich, den Antikörperstatus zu prüfen. Die Entscheidung einer Impfung richtet sich allein nach der Zugehörigkeit zu einer der genannten Patientengruppen.

Krebspatienten, die trotz erfolgter Impfung an einer COVID-19-Infektion erkrankt sind, sollten ebenfalls nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt eine Booster-Impfung erhalten.

Aktuell steht die Auffrischimpfung allen Menschen unabhängig Ihrer Diagnose zur Verfügung. Es gibt es keine offizielle Priorisierung und bislang sind auch keine Booster-Kampagnen angedacht. Es ist daher ratsam, sich regional zu informieren, welche Impfangebote es vor Ort gibt – sei es in Impfzentren, in Arztpraxen oder im Rahmen von speziellen Impfaktionen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine dritte Impfdosis den Impfschutz gerade bei immungeschwächten Menschen erhöhen kann. Trotzdem besteht weiterhin das Risiko, sich mit dem Sars-Cov-2 Virus zu infizieren. Deswegen ist auch nach einer Auffrischimpfung Achtsamkeit wichtig und die persönlichen Schutzmaßnahmen sollten weiterhin aufrechterhalten werden.


Quellenangaben


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